Schnarchschienen: Ohne Schnarchen gesünder Schlafen

Sie leiden unter nächtlichem Schnarchen und Schlafapnoe? Wir stellen Ihnen die Schnarchschiene als möglichen Weg zu ruhigem Schlaf vor.


Was ist eine Schnarchschiene?

Eine Schnarchschiene ist eine Schiene für den Mund, die das nächtliche Schnarchen verhindert. Sie wird als individuell angefertigtes und angepasstes Mundstück vor dem Schlafen eingesetzt. Ihre Funktionsweise lässt sich aus der Fachbezeichnung Protrusionsschiene ableiten. Diese stammt vom lateinischen Wort protrusio. Das bedeutet so viel wie vorschieben oder fortstoßen. Und genau dies macht die Schiene. Sie schiebt den Unterkiefer ganz leicht nach vorne. Diese Schienen schiebt den Unterkiefer, die Zunge und weitere Strukturen nach vorn und öffnet den Biss, sodass es dabei zu einer Öffnung des Rachens kommt und die Atemwege im Schlaf mechanisch offengehalten werden.


Was bringt eine Schnarchschiene?

Dadurch, dass die Zunge durch die Unterkiefer-Protrusionsschiene nicht mehr in den Rachenraum fallen kann, bleiben die Atemwege weit geöffnet. So wird nicht nur das Schnarchen verhindert, sondern auch die oft mit ihm einhergehende Schlafapnoe.

Bei einer leichten bis mittelschweren Schlafapnoe kommt es im Schlaf zu kurzen Aussetzern der Atmung. Dadurch wird das Blut nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Die Nacht ist für den Körper weniger erholsam, als sie es mit freien Atemwegen sein könnte.

Der Schnarchstopper ist also nicht nur gegen die Geräusche des Schnarchens, sondern auch medizinisch wirksam. Er verbessert die Atmung und sorgt so für einen gesunden Schlaf.


Wie wird eine Schnarchschiene angepasst

Eine Anti-Schnarch-Schiene wird für jeden Patienten individuell in einem Dentallabor angefertigt. Dazu macht der Zahnarzt zunächst einen Abdruck des Ober- und Unterkiefers. Aus diesem stellt er beim am häufigsten verwendeten Modell, der Biblock-Schiene, zwei Kunststoffschienen her. Diese sind durch ein Gelenk aus Metall verbunden. Schienen und Gelenk bilden zusammen die fertige Anti-Schnarchschiene. Die Anpassung erfolgt direkt im Mund über das Gelenk. Sie wird so eingestellt, dass Position und Abstand von Oberkiefer und Unterkiefer zueinander optimal sind.

Verschiedene Arten von Schnarchschienen

Es gibt drei unterschiedliche Arten von Schnarchschienen:

  1. Monoblock-Schienen
  2. Biblock-Schienen
  3. Thermoplastische Schienen

Monoblock-Schienen

Die Monoblock-Schiene zeichnet sich dadurch aus, dass die Schienen von Oberkiefer und Unterkiefer miteinander verbunden sind. Dadurch sind sie besonders einfach in der Anwendung, aber wenig flexibel. Die Schiene kann in der Regel nur einmal angepasst werden. Eine Nachbesserung bei nicht optimaler Einstellung ist nicht möglich.

Biblock-Schienen

Bei der Biblock-Schiene werden die beiden Schienenteile durch ein Gelenk, einen Gummizug oder ein Kunststoffband flexibel zueinandergehalten. Dies hat den Vorteil, dass sie individuell justierbar sind und bleiben.

Durch ihre Konstruktion üben Biblock-Schienen einen höheren Druck auf die Kieferhälften aus als die anderen Modelle. Oft spürt der Patient diesen Druck in den ersten Tagen wie einen Muskelkater.

Thermoplastische Schiene

Bei dieser Variante sind Unter- und Oberkiefer fest miteinander verbunden. Zur Anpassung setzt der Zahnarzt verschiedene vorgeformte Silikonschienen ein. Diese werden erwärmt und passen sich so Ihren Zähnen individuell an.


Mögliche Nebenwirkungen der Schiene

Nebenwirkungen können kurzfristig nach der Eingliederung auftreten, wie zum Beispiel übermäßiger Speichelfluss oder in seltenen Fällen verstärkte Mundtrockenheit. Der Schienenrand kann zu Entzündungen des Zahnfleisches führen. In den ersten Nächten können die Zähne auch etwas empfindlich sein. Diese Beschwerden sind jedoch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase schnell vorbei.


Kann jeder eine Schiene gegen das Schnarchen verwenden?

Um eine Anti-Schnarch-Schiene für freie Atemwege und geräuscharmen Schlaf einsetzen zu können, sind beim Patienten mehrere Grundvoraussetzungen nötig.

Zum einen muss der Patient imstande sein, seinen Mund ausreichend zu öffnen. Zum anderen ist eine ausreichende Beweglichkeit des Unterkiefers nötig. Auch eine Möglichkeit, die Schiene im Kiefer zu verankern, muss gegeben sein. Und zuletzt dürfen beim Patienten keine Kiefergelenkstörungen vorliegen, die dem Einsatz einer Schiene entgegenstehen.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine Anti-Schnarchschiene für Sie infrage kommt, stehen Ihnen unsere kompetenten Zahnärzte gerne mit Rat und Tat zur Seite.


Wie und wann wird eine Schnarchschiene getragen?

Das Schnarch-Mundstück ist flexibel herausnehmbar undmuss nur nachts getragen werden. Einmal richtig angepasst hat die Schiene einen hohen Tragekomfort. So sorgt sie für einen besonders erholsamen Schlaf.


Sind Schnarchschienen eine Kassenleistung?

Lange Zeit mussten Patienten die Kosten für eine Schiene gegen Schnarchen und Schlafapnoe selbst tragen. Ende 2020 wurde jedoch vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) vereinbart, dass die Kosten für eine Protrusionsschiene zukünftig von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden sollen. Der finale Beschluss hierzu ist seit 1.1.2022 in Kraft.

Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist, dass die Schiene ausschließlich auf Veranlassung eines Vertragsarztes mit der Zusatzbezeichnung „Schlafmedizin“ verordnet wird. Darüber hinaus werden nur bestimmte Arten von Schnarchschienen von der Krankenkasse übernommen.

Sie haben Fragen zu Schnarchschienen und deren Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse? Unsere bestens ausgebildeten Zahnärzte helfen Ihnen gerne weiter.