Hypnose: Der Angst sanft begegnen

Sie gilt als sanfte Art, Schmerzen zu lindern und kann sogar eine Vollnarkose ersetzen. Wir stellen die Hypnose als milde Methode der Betäubung in der Zahnmedizin vor.


Was ist Hypnose?

Als Hypnose wird der Zustand eines künstlich erzeugten partiellen Schlafs verstanden. Er tritt zusammen mit einem veränderten Bewusstseinszustand ein. Die medizinische Hypnose ist auch unter dem Begriff Hypnosedierung oder Hypnosedation bekannt. In der Geburtshilfe kommt sie als Hypnobirthing zum Einsatz.

In der Zahnmedizin dient die Hypnose als unterstützendes Mittel im Rahmen der Anästhesie. Die Patienten werden mit einer speziellen Technik in Trance gehalten und so gedanklich von der Behandlung abgelenkt. Eine tiefe Trance ist hierfür übrigens meist nicht notwendig.

Darüber hinaus wird das Unterbewusstsein durch den Trance-Zustand so beeinflusst, dass Schmerzen gelindert oder der Schmerzreiz komplett ausgeschaltet werden kann. Grob gesprochen werden negative Gedanken durch positives Denken ersetzt.


Wann setzt ein Zahnarzt Hypnose ein

Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass nicht jeder Zahnarzt auch hypnotisieren kann. Für eine klinische Hypnose ist in der Regel eine Zusatzqualifikation notwendig. Der Zahnarzt kann sich dann auch bei der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Hypnose zertifizieren lassen.

Der Zahnarzt setzt die Methode primär dann ein, wenn Menschen Probleme mit Stressgefühlen vor der Behandlung, Angst vor Schmerzen oder anderweitige negative Gedanke haben. Einige Patienten wünschen aus den genannten Gründen eine tiefe Vollnarkose. In solchen Fällen kann die Hypnose als deutlich mildere Form der Sedierung eine Allgemeinanästhesie vollständig ersetzen.

Ein Ziel ist es, dass diese Patienten nicht erst bei starken Schmerzen in der Praxis erscheinen. Wenn Angstpatienten dank der Möglichkeit zur Hypnose die regelmäßigen Termine zur Prophylaxe wahrnehmen, ist für die Zahngesundheit schon viel gewonnen.


Für wen die Methode der Hypnose geeignet ist und für wen nicht

Die medizinische Hypnose ist erst einmal für alle gesunden Menschen geeignet. Auch Kinder können bereits hypnotisiert werden, sofern sie sich auf den Arzt und dessen Praxis einlassen. Dies gilt natürlich auch für erwachsene Patienten.

Nicht hypnotisiert werden dürfen Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen. Hierzu gehören Menschen mit Psychosen, Zyklothymien, Drogenkonsumenten sowie an Demenz erkrankte Patienten.


Wie läuft eine Hypnose beim Zahnarzt ab?

Bei der Hypnose handelt es sich um eine Entspannungstechnik, die mit Suggestion arbeitet. Unter Suggestion verstehen wir die geistliche oder seelische Beeinflussung eines Menschen. Nicht jeder Mensch spricht gleich gut auf diese Art der Einflussnahme an.

Die Hypnosetherapie funktioniert nur dann optimal, wenn der Patient aktiv mithilft. Dabei behält er jederzeit die Kontrolle und kann die Therapie etwa durch das Heben einer Hand als Zeichen für Unwohlsein unterbrechen. Der Patient befindet sich lediglich in Trance, nicht in einem tiefen Schlaf wie etwa bei der Vollnarkose.

Nach der Behandlung holt der Therapeut sie innerhalb kurzer Zeit wieder aus dem Trance-Zustand zurück in die Realität.


Was passiert während der Trance im Gehirn

Abschließend konnte die Medizin das Rätsel um die genaue Wirkung der Hypnose im Gehirn noch nicht lösen. Mittels Magnetresonanztomografie konnte allerdings nachgewiesen werden, dass während eines hypnotischen Zustandes die Gehirnaktivität geringer ist als im Wachzustand.

Außenreize werden weniger intensiv wahrgenommen und das limbische System, das im Gehirn unter anderem für die Weiterleitung von Schmerzsignalen zuständig ist, blockiert diese. So gelangen sie während der Trance nicht ins Großhirn und werden daher auch nicht bewusst empfunden.

Die Angst wird durch den Einfluss der Hypnose auf die Amygdala im Gehirn reduziert. Diese auch als Mandelkern bekannte Struktur sorgt dafür, dass der Körper in als gefährlich eingestuften Situationen entsprechend reagiert. Das Herz beginnt zu rasen, wir fangen an zu schwitzen und Stresshormone werden ins Blut ausgeschüttet. Die Trance unterbricht den Alarm der Amygdala, sodass Angst- und Stressreaktionen reduziert oder gänzlich verhindert werden.


Kosten für Hypnose sind keine Kassenleistung

In der Regel bezahlt die gesetzliche Krankenkasse diese Methode der Sedierung nicht. Sie als Patient tragen die Kosten für eine Hypnose also selbst.

Sie haben Angst vor einer Zahnbehandlung und zögern diese immer weiter hinaus? Das kann auf längere Sicht zu großen Problemen mit der Mundgesundheit führen. Sprechen Sie daher gerne mit unseren bestens ausgebildeten Zahnärzten über die Möglichkeit der Hypnotherapie zur angstfreien Behandlung. Auch bei weiteren Fragen zum Thema Hypnose können Sie uns jederzeit kontaktieren.