Approximale Zahnschmelzreduktion – Stripping schafft mehr Platz bei Engständen in der Zahnreihe

Die approximale Zahnschmelzreduktion ist eine Behandlung, mit der Zahnärzte und Kieferorthopäden mehr Platz innerhalb einer Zahnreihe schaffen, ohne einen oder mehrere Zähne ziehen zu müssen. In unserem Beitrag klären wir genauer über die Methode auf.


Definition: approximale Schmelzreduktion

Der Begriff approximal bezeichnet in der Zahnmedizin „gegenüberliegend“ oder „berührend“. Bei einem Approximalraum spricht der Arzt von einem Zahnzwischenraum beziehungsweise Interdentalraum. Bei einer approximalen Zahnschmelzreduktion (ASR) handelt es sich somit um die minimale Reduktion des Zahnschmelzes zwischen zwei Zähnen. In einigen Fällen wird auch von einer interproximalen Schmelzreduktion (IPR) gesprochen. Auch der Begriff Stripping ist in Bezug auf ASR geläufig.


Wann wird die approximale Zahnschmelzreduktion durchgeführt?

Eine approximale Schmelzkorrektur wird durchgeführt, um einen dringend benötigten Platz im Zahnzwischenbereich zu schaffen und gleichzeitig die bleibenden Zähne zu erhalten. Auf das Zahnziehen kann damit verzichtet werden. Das kann beispielsweise bei einem Engstand der Fall sein. Aber auch bei Korrektur der Zahnstellung durch eine Aligner-Therapie oder eine alternative kieferorthopädische Behandlung kann die vorangehende ASR notwendig sein. Reicht das Platzangebot beispielsweise nicht aus, um schiefe Zähne in die richtige Position zu drehen, kann die Methode des Strippings den notwendigen Platz im Mund schaffen.

Auch nach einer kieferorthopädischen Behandlung kommt Stripping zum Einsatz. Zum Beispiel wenn sich durch eine Korrektur von Zahnfehlstellungen größere Lücken im Bereich des Zahnfleischrandes gebildet haben. Diese werden oft als „schwarze Dreiecke“ wahrgenommen. Die Schmelzreduktion schafft in diesem Fall Platz und ermöglicht die Regeneration und das Nachwachsen des Zahnfleisches.


Wie viel Zahnschmelz darf bei einer ASR entfernt werden?

Ihr behandelnder Kieferorthopäde verringert den Zahnschmelz in der Breite zwischen 0,2 und 0,5 Millimeter. Dabei wird er immer darauf achten, so viel wie nötig und so wenig wie möglich gesunde Zahnsubstanz zu entfernen.


Bolton-Diskrepanz – Behandlung extremer Größenunterschiede der Zähne

Die Bolton-Diskrepanz beschreibt ein Missverhältnis der Größenunterschiede der Zähne im Ober- und Unterkiefer. Bei einer gravierenden Bolton-Diskrepanz kann eine approximale Schmelzreduktion zum Einsatz kommen. Etwa wenn ein Überbiss in Kombination mit sehr großen Schneidezähnen im Bereich des Oberkiefers vorliegt. Durch die Reduzierung der seitlichen Zahnsubstanz der Schneidezähne korrigiert der Kieferorthopäde das Missverhältnis und schafft Platz, um die Zähne wieder in der Reihe einzugliedern.


Voraussetzungen – für wen eignet sich die approximale Schmelzreduktion?

ASR wird vor allem bei Menschen mit einem leichten bis mittelschweren Zahnengstand vorgenommen. Weiterhin ist die Behandlung unabhängig von der angestrebten Zahnkorrektur mit einer Zahnspange. Allerdings sollten Patienten einen geringen Karies-Index aufweisen und eine ausgesprochen gute Mundhygiene betreiben, um den Gesundheitszustand des reduzierten Zahnschmelzes aufrechtzuhalten.


Welche Risiken gibt es bei einer ASR?

Nach einer approximalen Schmelzreduktion kann zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit im Bereich des behandelten Zahnes kommen. In der Regel verschwindet dieser Zustand jedoch innerhalb weniger Tage wieder.

Grundvoraussetzung für die Durchführung einer ASR ist die Behandlung durch einen erfahrenen Kieferchirurgen. Denn die Methode ist sehr anspruchsvoll und kann bei unsachgemäßer Durchführung zur Schädigung des Zahnes führen.

Wenn Sie die approximale Schmelzreduktion bei einem Spezialisten durchführen lassen, ergeben sich neben der vorübergehenden erhöhten Schmerzempfindlichkeit keine Nachteile. Denn die Methode hat sich als sehr effektiv erwiesen und schafft Platz im Mundraum, wobei gleichzeitig alle Zähne erhalten werden können, was einen erheblichen Vorteil darstellt.