Was ist der Heil- und Kostenplan bei Zahnersatz?

Der Heil- und Kostenplan gibt Patienten Aufschluss über die notwendigen Behandlungen und entstehenden Kosten bei Zahnersatz. Unsere Zahnärzte erklären, wann Sie einen HKP benötigen und was er beinhaltet. 


Was ist der Heil- und Kostenplan?

Ein Heil- und Kostenplan (HKP) bildet die Grundlage für die zahnmedizinische Behandlung von Patienten, die einen Zahnersatz beispielsweise in Form einer Zahnbrücke, Zahnkrone oder Zahnprothese benötigen. Das Formular besteht aus zwei Teilen und gibt an, welcher Befund vorliegt, welche Behandlungen notwendig sind und welche anfallenden Kosten zu erwarten sind. Zudem listet der Plan den Eigenanteil der Kosten auf, den der Patient zahlen muss. Gesetzlich Versicherten steht für die Regelversorgung mit Zahnersatz ein Zuschuss der gesetzlichen Krankenkasse zu. Patienten können sich aber auch für eine hochwertigere Versorgung entscheiden, müssen die zusätzlichen Kosten dafür allerdings selbst tragen.


Wann erfolgt die Erstellung des HKP?

Der behandelnde Zahnarzt erstellt den HKP vor Beginn einer Behandlung und reicht ihn gemeinsam mit dem Bonusheft zur Genehmigung bei der gesetzlichen Krankenversicherung ein. Diese prüft innerhalb von drei Wochen, ob die Voraussetzungen für einen Zuschuss erfüllt sind und legt anschließend den Festzuschuss für die Regelversorgung fest. Daraus ergibt sich der Eigenanteil, den der Patient selbst zahlen muss. Zieht die Krankenkasse einen Gutachter hinzu, kann die Prüfung bis zu sechs Wochen dauern. Erst wenn die Krankenkasse ihre Zustimmung gibt, kann die geplante Behandlung beginnen.

Einem gesetzlich Versicherten steht ein kostenfreier Heil- und Kostenplan und sogar ein weiterer zu, wenn er sich eine zweite Meinung einholen möchte. Bei privat Versicherten richtet sich die Notwendigkeit einer solchen Behandlungsplanung nach dem geltenden Versicherungsvertrag. Der Heil- und Kostenplan ist nach der Genehmigung für ein halbes Jahr gültig, danach ist ein Antrag auf Verlängerung bei der Krankenkasse möglich. Innerhalb dieses Zeitraums muss die Behandlung beim Zahnarzt abgeschlossen sein.


Was beinhaltet der Heil- und Kostenplan?

Grundsätzlich besteht der Heil- und Kostenplan aus zwei Teilen. Teil 1 beinhaltet Angaben, die für die Krankenkasse von Bedeutung sind. Dort trägt der Zahnarzt den Befund, die dazu gehörende Kassenleistung und die geplante Versorgung ein. Teil 1 enthält folgende Abschnitte:

  • Abschnitt I: persönliche Daten des Versicherten, zahnmedizinischer Befund, Regelversorgung, tatsächlich geplante Versorgung (in der Zeile TP: Therapieplanung), Herstellungsort des Zahnersatzes
  • Abschnitt II: Befund-Nummern, die laut den Festzuschuss-Richtlinien für die Behandlung relevant sind
  • Abschnitt III: Überblick über die voraussichtlichen Gesamtkosten, die aus dem zahnärztlichen Honorar sowie den Material- und Laborkosten bestehen
  • Abschnitt IV: im Feld der Zuschussfestsetzung bewilligt die Krankenversicherung die Festzuschüsse
  • Abschnitt V: die Tabelle für Rechnungsbeträge zeigt die durch die Behandlung entstandenen tatsächlichen Kosten
  • Abschnitt VI: wenn die Krankenkasse den Plan durch einen Gutachter prüfen lässt, trägt dieser seine Beurteilung in dieses Feld ein 
  • Abschnitt VII: Datum des Einsatzes der Versorgung, Herstellungsort, Herstellungsland

Teil 2 ist eine Anlage, die nur auszufüllen ist, wenn der Patient für den Zahnersatz eine hochwertigere Versorgung als die Regelversorgung wählt. Dabei gibt es die Möglichkeit einer gleichartigen Versorgung oder einer andersartigen Versorgung wie beispielsweise in Form eines Zahnimplantats. Diese Leistungen werden nach der privaten Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abgerechnet. Der Zahnarzt trägt im zweiten Teil des HKP das für die Behandlung vorgesehene zahnärztliche Honorar sowie den voraussichtlichen Eigenanteil des Patienten ein. 


Ist ein Heil- und Kostenplan verbindlich?

Der Heil- und Kostenplan dient zur unverbindlichen Berechnung der zu erwartenden Kosten für die Versorgung mit Zahnersatz. Der Zahnarzt schätzt die zu erwartenden Material- und Laborkosten vor der Behandlung – allerdings muss die Schätzung so realistisch wie möglich sein. Die tatsächlichen Kosten können am Ende also höher oder niedriger ausfallen als im Kostenvoranschlag geschätzt. Sobald die entstehenden Kosten mehr als 15 Prozent höher ausfallen als ursprünglich angenommen, dann muss der Zahnarzt den Patienten umgehend darüber informieren. Die Angabe der zahnärztlichen Leistung ist hingegen bindend – das bedeutet, dass der Zahnarzt von dieser bei der Behandlung nicht mehr abweichen kann.


Wie erfolgt die Einreichung des HKP?

In der Regel kümmert sich der Zahnarzt, der den Heil- und Kostenplan ausgefüllt hat, um die Übermittlung. Der behandelnde Zahnarzt schickt den Plan an die zuständige Krankenkasse. In seltenen Fällen bittet Ihr Zahnarzt Sie, den HKP selbstständig bei Ihrer Krankenkasse vorzulegen, um eine schnellere Bearbeitungszeit zu bewirken. Nach der Prüfung und Bewilligung sendet die Krankenversicherung den Kostenvoranschlag an den Patienten zu, damit dieser über die zu erwartenden Kosten informiert wird. 


Was gibt es bei dem Behandlungsplan zu beachten?

Die gesetzliche Krankenkasse prüft den Heil- und Kostenplan vor allem hinsichtlich der erfüllten Voraussetzungen für den Festzuschuss der Regelversorgung. Ob der Behandlungsplan und die Kosten angemessen sind, überprüft sie allerdings nicht. In der Planung sollten alle relevanten Bestandteile der Versorgung aufgeschlüsselt sein. Den Teil 2 des Heil- und Kostenplans sollten Sie erst unterschreiben, wenn der Zahnarzt Ihnen mögliche Alternativen zur Regelversorgung aufgezeigt hat und wenn Sie einen Überblick über die zu erwartenden Kosten haben.

Haben Sie Fragen zum HKP? Dann sprechen Sie einfach Ihren Zahnarzt an, er hilft Ihnen gerne weiter und erklärt Ihnen die einzelnen Positionen.