Milchzähne – Wissenswertes über die ersten Zähne

Das Durchbrechen der ersten Zähnchen ist ein Meilenstein für Kind und Eltern. Auch wenn die Milchzähne (lat. Dentes decidui) später ausfallen, trägt die richtige Zahnpflege zur späteren Zahngesundheit bei. Hier erfahren Sie Wissenswertes zu Milchzähnen.


Was sind Milchzähne?

Milchzähne sind die ersten Zähne, die der Mensch nach seiner Geburt ausbildet. Der Prozess des Zahnens ist bei jedem Baby individuell – häufig brechen die Zähne aber nach und nach zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat durch. Angelegt werden sie bereits in der Schwangerschaft, sie sind aber im Mund zunächst noch nicht sichtbar, da sie vom Zahnfleisch umschlossen sind. Die ersten Zähnchen sind meist die Schneidezähne. Der Prozess des Zahnens ist dabei nicht nur langwierig, sondern für die meisten Babys auch mit Schmerzen verbunden. Ihren Namen verdanken Milchzähne einerseits der hellen, milchigen Farbe, andererseits der Ernährung mit Muttermilch in den ersten Lebensjahren. Später fallen diese ersten Zähne aus und werden durch bleibende Zähne ersetzt.


Aus welchen Zähnen besteht das Milchgebiss?

Das Milchgebiss ist etwa bis zum dritten Lebensjahr des Kindes mit 20 Zähnen vollständig ausgebildet. Dies ist üblicherweise das Alter, in dem Kinder festere Nahrung durch aktives Kauen zu sich nehmen. Je 10 Zähne befinden sich im Oberkiefer bzw. im Unterkiefer. Die ersten durchbrechenden Milchzähne sind die mittleren Schneidezähne in der unteren Zahnreihe. Dabei teilen Zahnärzte das Gebiss in vier Quadranten zu je fünf Zähnen auf. Jeder Quadrant besteht aus zwei Schneidezähnen, einem Eckzahn sowie dem ersten und zweiten Milchmalzahn. Milchmalzähne sind hierbei die Seiten- und Backenzähne. Die hinteren Backenzähne brechen im Milchgebiss als Letztes durch. Die Reihenfolge kann aber bei Kindern variieren – Eltern sollten sich in diesem Fall also keine Sorgen machen. 


Wie erfolgt der Zahnwechsel?

Im Laufe des sechsten Lebensjahres fallen schließlich die ersten Milchzähne wieder aus. Bleibende Zähne ersetzen diese nach und nach. Der Zahnwechsel beginnt in der Regel mit dem Backenzahn. Allerdings haben die bleibenden Backenzähne zunächst genug Platz, um neben den Milchbackenzähnen durchzubrechen. Somit fällt nicht gleich ein Milchzahn heraus. Damit sich das bleibende Gebiss vollständig ausbilden kann, müssen aber nach und nach alle Milchzähne herausfallen. Bis zum 13. Lebensjahr ist der Zahnwechsel in der Regel abgeschlossen.


Worin unterscheiden sich Milchzähne von bleibenden Zähnen?

Milchzähne sind deutlich kleiner als die nachfolgenden Zähne. Das liegt in erster Linie daran, dass der Kiefer eines Kleinkindes ebenso kleiner ist als der eines erwachsenen Menschen. Im Laufe des Wachstums entsteht häufig ein lückenhaftes Gebiss, da die Milchzähne nicht mitwachsen. Diese Lücken füllen die bleibenden Zähne schließlich auf, was idealerweise wieder zu einem lückenlosen Ergebnis führt. Zudem sind die ersten Zähnchen um einige Nuancen heller als bleibende Zähne, was an einer biochemisch unterschiedlichen Zusammensetzung des Zahnschmelzes liegt. 

Hinsichtlich der Wurzeln gibt es keine bedeutsamen Unterschiede. Sobald die bleibenden Zähne anfangen durchzubrechen, lösen sich die Wurzeln der vorherigen Zähne auf, was zu einem relativ schmerzlosen Verlust des Zahns führt. Das ausgebildete Gebiss hat inklusive Weisheitszähne 32 Zähne und somit 12 mehr als das Milchgebiss.


Wann muss der Zahnarzt Milchzähne ziehen?

Fallen die ersten Zähne nicht von allein aus, muss der Zahnarzt überprüfen, ob eine eventuelle Nichtanlage der zweiten Zähne vorliegt. Dann sollten die Milchzähne so lange wie möglich erhalten werden. Manchmal kommt es vor, dass die Milchzähne nicht ausfallen und dadurch der Platz für die nachkommenden bleibenden Zähne nicht gegeben ist oder diese schief aus dem Kiefer wachsen würden. Auch dann ist es notwendig, dass der Zahnarzt die Milchzähne extrahiert. Wackelzähne zieht er dagegen nur in sehr seltenen Fällen. Hier heißt es: abwarten bis der Zahn von selbst ausfällt.


Welche Funktion haben Milchzähne?

Wie die neuen Zähne haben auch Milchzähne die Funktion der Zerkleinerung von Nahrung und der Sprachentwicklung. Ebenso sind sie Platzhalter für die nachfolgenden bleibenden Zähne. Wenn Kinder wachsen, verändern sich auch Gesicht und Kiefer. Die Milchzähne sind sehr klein, wachsen allerdings nicht mit. Somit würden sie mit der Zeit zu klein werden für den Kiefer. Lücken und Fehlstellungen könnten entstehen. Sie fallen daher heraus, um dem bleibenden Gebiss mit den größeren Zähnen Platz zu machen


Was gibt es bei Milchzähnen zu beachten?

Milchzähne sind im Vergleich zu den bleibenden Zähnen deutlich anfälliger für Karies. Denn sie haben weniger schützenden Zahnschmelz und einen geringeren Mineralstoffgehalt. Obwohl die ersten Zähne später herausfallen, sollten Sie bei Ihrem Kind von Anfang an auf eine sorgfältige Pflege achten. So lassen sich Behandlungen und Schmerzen aufgrund von Zahnerkrankungen vermeiden. Im schlimmsten Fall können sich Zahnerkrankungen wie Karies sogar auf die bleibenden Zähne übertragen. Daher ist es notwendig, dass Eltern bereits den ersten Zahn zweimal täglich morgens und abends nach dem Essen mit einer reiskorngroßen Menge Kinderzahnpasta und einer weichen Kinderzahnbürste putzen. Die Zahnbürste sollte außerdem alle drei Monate ausgetauscht werden. Zudem sollten Sie bei Ihrem Nachwuchs auf eine gesunde, zuckerarme Ernährung achten.

Sollte durch einen Unfall ein Schaden an den gesunden Milchzähnen oder ein Verlust der ersten Zähne auftreten, suchen Sie mit Ihrem Kind am besten einen Zahnarzt auf. Regelmäßige Kontrollen sind nach dem Durchbrechen der ersten Zähne empfehlenswert.