Knochenschwund Kiefer – das sind die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Baut sich der Kieferknochen ab, hat dies unangenehme Folgen für den Patienten. Beim Setzen eines Implantates kann es unter Umständen erforderlich sein, dass vorab ein Knochenaufbau durchgeführt wird. Wir klären Sie über die möglichen Ursachen des Knochenschwunds im Kiefer und über die Möglichkeiten einer Therapie auf.


Was ist Knochenschwund?

Grundsätzlich findet im Körper ein kontinuierlicher Knochenumbau statt. Osteoklasten sind Zellen, welche die Knochenzellen abbauen. Im Gegenzug sorgen Osteoblasten für den Neuaufbau der Knochensubstanz. Die Osteoporose (Knochenschwund) bezeichnet eine krankhafte Veränderung dieses Knochenstoffwechsels, bei welcher der Körper mehr Knochensubstanz abbaut, als wieder aufgebaut wird. Dadurch entstehen Hohlräume und die Knochen werden porös und brüchig. Es kommt leichter zu Knochenbrüchen – auch ohne erkennbaren Anlass.


Ursachen für Osteoporose

Das gesunde Zusammenspiel des Knochenab- und aufbaus wird von verschiedenen Faktoren begünstigt. Dazu zählen Mineralstoffe, Vitamine und Hormone. Doch auch die körperliche Fitness beeinflusst den Prozess des Knochenumbaus. Denn wird ein Knochen nicht belastet, erhält der Körper das Signal, dass dieser nicht mehr benötigt wird. Die Folge: Der Knochen baut sich ab. Bewegung und Ernährung zählen daher zu den essenziellen Faktoren, um einer Osteoporose entgegenzuwirken. Dennoch sorgen in den meisten Fällen weitere Einflüsse in Kombination miteinander für den Knochenschwund durch Osteoporose:

  • bestimmte Medikamente, wie Kortison
  • falsche Ernährung und eine Unterversorgung mit Vitamin D und Kalzium
  • übermäßiger Alkohol- und Nikotinkonsum
  • genetische Faktoren
  • mit zunehmendem Alter steigt die Gefahr an Osteoporose zu erkranken

Das sind die Ursachen für Knochenschwund im Kiefer?

Osteoporose ist auch ein Grund für Knochenschwund im Kiefer. Allerdings sorgen weitere unterschiedliche Gründe für einen Abbau des körpereigenen Kieferknochens.

Knochenschwund aufgrund fehlender Zähne

Hauptursache für den Knochenschwund im Ober- bzw. Unterkiefer ist ein länger zurückliegender Zahnverlust. Dieser kann durch eine Zahnerkrankung wie Karies begünstigt sein. Aber auch ein Zahnunfall oder das Zahnziehen aufgrund erfolgloser Wurzelbehandlung sind für Lücken im Kiefer verantwortlich. Wird der Kiefer nicht mehr durch den Zahn beansprucht, baut sich der Knochen mit der Zeit an dieser Stelle ab.

Parodontitis als Ursache für den Knochenabbau

Eine Parodontitis ist eine chronische entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparates. Unbehandelt wird zunehmend das Gewebe rund um den Zahn abgebaut. Dazu zählt auch der Kieferknochen. Die Folge: Der Knochen baut sich ab und der Zahn wird nicht mehr ausreichend vom Knochen gehalten.

Osteoporose im Kiefer

Auch Osteoporose ist eine Ursache für den Abbau der Knochensubstanz im Kiefer. Allerdings tritt diese eher als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auf. Sogenannte Bisphosphonate verlangsamen den Knochenabbau und hemmen die Bildung von Knochenmetastasen. Dementsprechend werden diese Wirkstoffe zur Behandlung von Osteoporose in anderen Körperregionen oder für Krebspatienten eingesetzt. Währen Bisphosphonate in den Einsatzgebieten sehr gut wirken, kann es während einer Dauertherapie mit diesen Medikamenten als Nebenwirkung zu einer Osteoporose im Kiefer kommen. Daraus kann sich eine Nekrose entwickeln, bei welcher Teile des Kieferknochengewebes absterben. Entzündungen, die beispielsweise durch eine bestehende Parodontitis vorliegen, begünstigen eine Osteoporose zusätzlich.


Welche Symptome gibt es für Osteoporose im Kiefer?

Wenn sich der Kieferknochen aufgrund einer Osteoporose abbaut, leiden Patienten unter folgenden möglichen Beschwerden:

  • Schwellungen
  • lockere Zähne
  • Einschränkungen beim Sprechen oder Kauen
  • Mundgeruch
  • Freiliegender Kieferknochen

Was tun bei Knochenschwund im Kiefer?

Liegt eine Osteoporose im Kiefer vor, wird Ihr Zahnarzt mit einer gezielten Antibiotika-Therapie entgegenwirken. Eine professionelle Zahnreinigung sorgt dafür, dass bakterielle Entzündungen eingedämmt werden und den Zahnhalteapparat nicht weiter angreifen. Sollte der Knochenschwund aufgrund eines fehlenden Zahnes voranschreiten, ist das Setzen eines Zahnimplantates die einzige Maßnahme, den Abbau des Knochens aufzuhalten. Bei fortgeschritten Stadium des Knochenabbaus kann jedoch ein vorangehender Knochenaufbau notwendig sein.


Knochenaufbau Kiefer

Bei einem Knochenaufbau handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff. Dabei wird der vorhandene Knochen mit körpereigenem Knochen oder Knochenersatzmaterial an der betroffenen Stelle aufgefüllt. In der Praxis werden je nach Befund verschiedene Methoden zum Aufbau des Kieferknochens eingesetzt. Eine Augmentation oder Sinuslift zählt in diesem Zusammenhang zu den gängigsten Verfahren. Erst nach der Einheilungsphase von mehreren Monaten ist das Setzen des Implantates möglich.


Knochenschwund vorbeugen

Die Gründe für einen Knochenabbau des Kiefers sind sehr unterschiedlich und die Zusammenhänge komplex. Wir empfehlen Ihnen durch regelmäßige Prophylaxe bei Ihrem Zahnarzt Ihren Gesundheitszustand im Mund prüfen zu lassen. Gerade Parodontitis ist eine Erkrankung, welche oft schleichend und lange Zeit unbemerkt voranschreitet.

Auch nach Zahnverlust empfehlen wir Ihnen, zügig den weiteren Behandlungsverlauf mit Ihrem Zahnarzt zu klären und über die Möglichkeiten einer weiteren Versorgung zu sprechen. Dadurch vermeiden Sie im Idealfall einen aufwendigen und kostenintensiven Knochenaufbau, da Sie durch ein Implantat dem Knochenabbau entgegenwirken.

Osteoporose- und Krebspatienten können durch eine gründliche Mundhygiene den unangenehmen Folgen eines Knochenabbaus des Kiefers entgegenwirken. Sprechen Sie das Thema bei Ihrem Zahnarzt an und vereinbaren Sie regelmäßige Kontrolltermine, um entsprechende Veränderungen im Bereich des Kiefers frühzeitig zu erkennen.