Lockere Zähne: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Wackelnde Milchzähne sind bei Kindern ein Grund zur Freude. Lockere Zähne bei Erwachsenen gelten jedoch als Warnsignal und deuten auf eine Erkrankung hin. Hier erfahren Sie, welche Ursachen es für gelockerte Zähne gibt.


Was sind lockere Zähne?

Normalerweise haben Zähne durch den Zahnhalteapparat festen Halt im Mund. Fasern sorgen dafür, dass sich der Zahn fest, aber zugleich auch elastisch in der Alveole (Zahnfach) befindet. Im Bereich des Zahnhalses ist der Zahn von Zahnfleisch umschlossen und wird ebenfalls durch Fasern gehalten. Von lockeren Zähnen sprechen Zahnärzte, wenn bei Erwachsenen ein oder mehrere Zähne im Kiefer wackeln oder zu locker im Zahnhalteapparat sitzen. Lose Zähne zeigen sich in einem fortgeschrittenen Stadium durch ein sichtbares oder fühlbares Wackeln bei der Berührung mit der Zunge oder durch ein Verschieben beim Zubeißen. Sobald Patienten einen lockeren Zahn oder Symptome einer Erkrankung bemerken, sollten sie umgehend einen Zahnarzttermin vereinbaren. Wenn eine Behandlung nicht rechtzeitig erfolgt, droht im schlimmsten Fall Zahnverlust.


Welche Ursachen gibt es für lockere Zähne?

Für wackelnde Zähne kann es verschiedene Ursachen geben. Zumeist ist jedoch nicht der Zahn selbst verantwortlich, sondern der Zahnhalteapparat oder der Kieferknochen. 

Kieferorthopädische Behandlung

Lockere Zähne können während einer kieferorthopädischen Behandlung auftreten. Das ist jedoch in den meisten Fällen unbedenklich, da mithilfe einer Zahnspange in die Zahnstellung eingegriffen wird und die Zähne an die gewünschte Position bewegt werden. Nach der Behandlung sollten sich die Zähne von selbst wieder verfestigen.

Parodontitis

Die häufigste Ursache für gelockerte Zähne bei Erwachsen ist eine Parodontitis. Diese Erkrankung des gesamten Zahnhalteapparats wird durch Bakterien im Zahnbelag und eine andauernde Zahnfleischentzündung hervorgerufen. Eines der ersten Symptome ist häufig auftretendes Zahnfleischbluten. Die Entzündung betrifft zunächst nur das Zahnfleisch und den Zahnhalteapparat. Wenn sich die Bakterien jedoch bis zum Kieferknochen ausbreiten, dann erfolgt der Abbau des Knochens. Gelockerte Zähne können die Folge sein. Weitere Anzeichen einer beginnenden Parodontitis sind zurückgehendes, dunkel gefärbtes oder anschwellendes Zahnfleisch sowie anhaltender Mundgeruch.

Zahnunfall

Aufgrund einer äußeren Gewalteinwirkung können die Fasern, die den Zahn normalerweise stabilisieren, überdehnen oder reißen. Dann besteht die Möglichkeit, dass sich der Zahn lockert.

Schlecht sitzender Zahnersatz

Wenn Zahnersatz nicht richtig angepasst ist, kann er zu lockeren Zähnen führen, da eine Fehlbelastung vorliegt. Das betrifft vor allem die Zähne, an denen der Zahnersatz befestigt ist.

Kieferchirurgischer Eingriff

Wurde ein Zahn bei einem chirurgischen Eingriff gezogen oder hat der Zahnarzt eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt, so kann es sein, dass der Nachbarzahn kurzzeitig wackelt. Da sich Zähne gegenseitig stützen, müssen sich die bleibenden Zähne zunächst an die Veränderung gewöhnen. Nach einiger Zeit sollte das Wackeln wieder verschwinden.

Nächtliches Zähneknirschen

Durch Bruxismus, also nächtliches unbewusstes Zähneknirschen, können Fehlbelastungen auftreten. Zähne, die aufeinandergepresst oder übereinander geschoben werden, können an Stabilität verlieren.

Nährstoffmangel

In seltenen Fällen kann eine Mangelernährung Grund für lockere Zähne sein. Wenn dem Patienten bestimmte Nährstoffe fehlen, werden diese dem Knochen entzogen, wodurch die Zähne keinen Halt mehr haben.


Wie erfolgt die Behandlung von lockeren Zähnen?

Bei den ersten Anzeichen von lockeren Zähnen oder den ersten Symptomen einer Erkrankung im Mund sollten Patienten umgehend ihren Zahnarzt aufsuchen. So kann in den meisten Fällen noch eine Behandlung eingeleitet und der lockere Zahn gerettet werden. Je nach Ursache der Lockerung gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Parodontitis lässt sich im Anfangsstadium gut behandeln, indem die Zahnfleischtaschen gereinigt werden. Ist die Erkrankung jedoch schon weiter fortgeschritten, erfolgt die Reinigung des gesamten Gebisses und des Zahnfleischs unter örtlicher Betäubung. Lockere Zähnen lassen sich auch mit einer semipermanenten Schiene vorübergehend stabilisieren, bis sie ihren festen Halt wieder gefunden haben.

Wenn sich allerdings der Kieferknochen schon zu weit abgebaut hat, kann es sein, dass der Knochen durch einen chirurgischen Eingriff stabilisiert werden muss. Im schlimmsten Fall erfolgt das Ziehen von lockeren Zähnen und das Anfertigen von Zahnersatz. Im Fall von nächtlichem Zähneknirschen kann eine Knirscherschiene zum Einsatz kommen. Auch bei lockeren Zähnen in Folge eines Zahnunfalls kann eine vorübergehende Stabilisierung dabei helfen, den Zahn wieder zu festigen. Zahnersatz lässt sich meistens leicht anpassen, damit Fehlbelastungen ausgeglichen werden. 


Wie lassen sich lockere Zähne vorbeugen?

Die beste Vorsorge für gesunde Zähne ist eine regelmäßige gründliche Zahnpflege sowie eine zahngesunde ausgewogene Ernährung. Patienten sollten vor allem auch täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten reinigen. Erkrankungen im Mund und lockere Zähne lassen sich zudem durch regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt und durch professionelle Zahnreinigungen vorbeugen. Wird der Zahnbelag regelmäßig entfernt, können sich Bakterien gar nicht erst im Mund ansiedeln. Sollten Sie dennoch erste Symptome einer Parodontitis oder einer anderen Entzündung im Mundraum wahrnehmen, dann vereinbaren Sie umgehend einen Termin bei Ihrem Zahnarzt. Im Anfangsstadium lässt sich die Krankheit gut behandeln. Patienten, die eine Sportart mit einem erhöhten Risiko für Zahnunfälle ausüben, haben die Möglichkeit, sich einen Sportmundschutz anfertigen zu lassen.