Lingualtechnik: Behandlung mit der unsichtbaren Zahnspange

Die Lingualtechnik ist vor allem bei Erwachsenen gefragt. Aber auch immer mehr junge Patienten entscheiden sich aus ästhetischen Gründen für eine unsichtbare Zahnspange. Bei ZukunftZahn erfahren Sie, wie die Lingualtechnik funktioniert.


Was ist die Lingualtechnik?

In der Kieferorthopädie bezeichnet die Lingualtechnik eine bestimmte Behandlung zur Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen, bei der eine unsichtbare Zahnspange zum Einsatz kommt. Der Begriff stammt vom lateinischen „lingua“ und bedeutet im übertragenen Sinn „die Zunge betreffend“. Das Besondere an dieser festen Zahnspange ist, dass die Brackets nicht außenseitig, sondern zungenseitig, also an den Innenseiten der Zähne, befestigt werden. Somit ist die festsitzende Apparatur im Vergleich zu einer herkömmlichen Zahnspange beim Lachen nicht von außen sichtbar. Außerdem sind die Brackets besonders zierlich. Aus ästhetischen Gründen entscheiden sich viele Patienten daher für eine innenliegende Zahnspange.


Für wen ist die Lingualtechnik geeignet?

Genau wie eine herkömmliche feste Zahnspange ist die linguale Zahnspange für die kieferorthopädische Behandlung fast aller Zahnfehlstellungen und Bisslagen geeignet. Die Zahnkorrektur kann bei Jugendlichen und auch bei erwachsenen Patienten erfolgen. Anwendungsgebiete einer innenliegenden Zahnspange können beispielsweise folgende sein:

  • frontaler Überbiss
  • umgekehrter frontaler Überbiss
  • Tiefbiss
  • Kreuzbiss
  • offener Biss
  • Engstand von Zähnen
  • Lückenstand von Zähnen
  • Drehstand von Zähnen

Wie erfolgt die Behandlung bei der Lingualtechnik?

Vor Beginn der Behandlung nimmt der behandelnde Kieferorthopäde zunächst einen präzisen Abdruck des Gebisses. Anschließend wird daraus ein individuelles Modell der Zähne sowie die unsichtbare Zahnspange aus individuell hergestellten Brackets und Drahtbögen für den Patienten hergestellt. Im nächsten Schritt werden in der Kieferorthopädie die innenliegenden Brackets mit einer Übertragungsschiene aus Silikon indirekt auf den Innenseiten der Zähne befestigt.

Diese Methode erleichtert den eigentlichen Klebevorgang im Mund. Sobald sich die Brackets in der gewünschten Position befinden, erfolgt die Anbringung des Drahtbogens. Der Kieferorthopäde kontrolliert dann bei regelmäßigen Terminen den Fortschritt der Behandlung beim Patienten. Bei Bedarf lässt sich dabei auch der Drahtbogen anpassen oder austauschen. Die Behandlungsdauer richtet sich, wie bei einer klassischen Zahnspange, nach der jeweiligen Zahnfehlstellung. In der Regel tragen Patienten die linguale Zahnspange für mehrere Monate oder bis zu vier Jahre. Allerdings sind auch schon nach kurzer Zeit erste Erfolge sichtbar. Nach der eigentlichen Behandlung erfolgt in der Retentionsphase die Stabilisierung der Zähne mithilfe eines Retainers.


Welche Vorteile und Nachteile gibt es bei der Lingualtechnik?

Die linguale Zahnspange bietet Trägern vor allem ästhetische Vorteile, jedoch gibt es auch Nachteile gegenüber einer Zahnspange mit außen angebrachten Brackets.

Das sind die Vorteile:

  • Die Zahnspange ist beim Sprechen und Lachen nicht sichtbar. Die Lingualtechnik ermöglicht somit eine unsichtbare Zahnkorrektur, was für viele Patienten vor allem im Berufsleben wichtig ist.
  • Die individuell angefertigten Brackets und Bögen ermöglichen eine exakte Zahnbewegung in die gewünschte Position.
  • Es gibt ein geringeres Risiko für Entkalkungen der Zähne und Karies als bei einer normalen festsitzenden Zahnspange, da an der Innenseite der Zähne ein größerer Speichelumsatz stattfindet und die BRackets sehr zierlich gefertigt sind.

Das sind die Nachteile:

  • Eine unsichtbare Spange ist aufgrund des höheren Aufwands bei der Herstellung und Anbringung deutlich kostenintensiver als eine herkömmliche Zahnspange. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür nicht.
  • Die Zunge kann durch die Brackets und Drähte leicht verletzt werden. Die Phase der Eingewöhnung dauert deutlich länger als bei einer normalen festsitzenden Spange.
  • Zudem gibt es vermehrt Probleme beim Essen und Kauen.
  • Bei einigen Patienten treten Sprachbildungsstörungen beispielsweise in Form von Lispeln auf. 
  • Die tägliche Mundhygiene ist für den Patienten aufwendiger als bei einer normalen Spange, da sich Zwischenräume beim Putzen schwerer erreichen lassen.

Mithilfe der Lingualtechnik lassen sich Zahnkorrekturen ganz diskret vornehmen, da die Brackets nach außen hin nicht sichtbar sind. Allerdings ist diese Behandlung auch aufwendiger und dadurch deutlich kostenintensiver. Patienten sollten in jedem Fall auf eine gründliche Zahnreinigung achten, damit sich keine Nahrungsreste ablagern können. Zudem ist eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt empfehlenswert.