Zahnfleischbluten behandeln und vorbeugen

Zahnfleischbluten kann aus verschiedenen Gründen auftreten. Wir geben einen Überblick über Ursachen, Behandlung und Vorbeugung.


Was ist Zahnfleischbluten?

Von Zahnfleischbluten spricht Ihr Zahnarzt, wenn aus dem Zahnfleisch plötzlich Blut austritt. Oft ist das Zahnfleisch an der blutenden Stelle gleichzeitig gerötet und geschwollen.

Zeigt sich beispielsweise beim Zähneputzen Blut auf der Zahnbürste, sollte einer möglichen Ursache immer auf den Grund gegangen werden. Neben Erkrankungen direkt in der Mundhöhle können auch andere Erkrankungen blutendes Zahnfleisch auslösen.


Ursachen von blutendem Zahnfleisch

Hinter blutendem Zahnfleisch kann eine leichte Zahnfleischentzündung (Gingivitis) stecken. Aber auch eine deutlich schwerwiegendere Entzündung des ganzen Zahnhalteapparats (Parodontitis) zählt zu den häufigsten Ursachen von Zahnfleischbluten. Hier unterscheiden Mediziner die aggressive Parodontitis und die chronische Parodontitis. Letztere ist mit über 10 Millionen Betroffenen eine der häufigsten chronischen Erkrankungen in Deutschland.

Beide Erkrankungen werden von Bakterien ausgelöst, die sich durch mangelhafte Mundhygiene in der Mundhöhle vermehren können. Diese Bakterien sind die Hauptursache für Zahnfleischbluten. Die Bakterien setzen sich in den Lücken zwischen Zahnfleisch und Zähnen fest und lösen so Entzündungen aus. Diese wiederum zeigen sich unter anderem durch blutendes und gereiztes Zahnfleisch.


Zahnfleischbluten als Symptom von Erkrankungen

Nicht immer sind es Bakterien, die Blutungen am Zahnfleisch verursachen. In manchen Fällen stecken auch andere Krankheiten oder Mängel außerhalb des Mundraumes dahinter. Mögliche Ursachen sind:

  • Diabetes mellitus
  • Leukämie
  • Virusinfektionen / HIV
  • Nährstoffmängel
  • Pilzinfektionen
  • Allergien
  • hormonelle Einflüsse
  • Blutgerinnungsstörungen
  • Verletzungen
  • Medikamente

Diabetes mellitus als Ursache für blutendes Zahnfleisch

Ein an Diabetes erkrankter Mensch hat nicht nur im Blut einen erhöhten Zuckerspiegel. Auch der Speichel ist mit Zucker angereichert. Dieses Überangebot an Süßem bietet den schädlichen Bakterien eine gute Nahrungsgrundlage. Sie vermehren sich schnell und begünstigen so Erkrankungen wie Karies, Gingivitis und Parodontitis. Darüber hinaus haben schlecht eingestellte Diabetiker ein schwächeres Immunsystem, was das Bakterienwachstum ebenfalls begünstigt. Noch dazu erholen sich Zahnfleisch und Zahnhalteapparat weniger schnell von Entzündungen als bei gesunden Menschen.

Blutendes Zahnfleisch durch Leukämie

Regelmäßiges Zahnfleischbluten kann zusammen mit häufigem Nasenbluten auf Leukämie, also Blutkrebs, hindeuten. Bei Menschen mit Leukämie produziert der Körper vermehrt weiße Blutkörperchen. Diese verdrängen unter anderem die Blutplättchen, was zu Störungen in der Blutgerinnung und zu einer erhöhten Blutungsneigung führt.

Zahnfleischbluten bei Virusinfektionen und Pilzinfektionen

Ob Herpesvirus, HI- oder Epstein-Barr-Virus. Sie alle führen bei Infizierten zu Veränderungen in der Schleimhaut und können Zahnfleischbluten auslösen. Auch eine Infektion mit dem Corona-Virus begünstigt bei manchen Patienten Zahnfleischentzündungen sowie blutendes und gereiztes Zahnfleisch.

Unter den Pilzen ist es vor allem der weitverbreitete Hefepilz Candida albicans, der das Zahnfleisch befällt. Typisch für einen Befall sind weiße, abwischbare Beläge über blutendem und gerötetem Zahnfleisch.

Hormonelle Einflüsse und Vitaminmängel als Ursache

Bestimmte hormonelle Veränderungen, etwa während der Pubertät oder einer Schwangerschaft, begünstigen die Entstehung von Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischbluten.

Auch ein Mangel an Vitamin C, in der Regel ausgelöst durch Mangelernährung, Alkoholismus oder Magersucht, führt zu Erkrankungen am Zahnfleisch. Ist der Mangel ausgeprägt, sprechen Mediziner von Skorbut. Diese Erkrankung führt ohne Behandlung über das Bluten zum Zahnfleischschwund und im schlimmsten Fall zum kompletten Verlust der Zähne.

Blutendes Zahnfleisch durch Medikamente oder Verletzungen

Manche Medikamente wie beispielsweise bestimmte Antiepileptika, Immunsuppressiva oder Blutdrucksenker begünstigen blutendes und wucherndes Zahnfleisch. Nicht zuletzt können bei ansonsten gesundem Zahnfleisch auch Verletzungen eine Blutung auslösen.


Wie behandelt der Zahnarzt Zahnfleischbluten?

Zunächst wird Ihr Zahnarzt durch eine Befragung und anschließende Untersuchung Ihres Mundraumes der Ursache des Zahnfleischblutens auf den Grund gehen.

Ist eine Gingivitis die Ursache für die Blutung, lässt sich diese durch gründliche Reinigung behandeln. Hier kann eine professionelle Zahnreinigung, bei der unter anderem alle Zahnzwischenräume von Bakterien befreit werden, erste Abhilfe schaffen. Gleichzeitig kann der Zahnarzt Ihnen mit Hinweisen zur richtigen Putztechnik und Mundhygiene zur Seite stehen, sodass das blutende Zahnfleisch möglichst auch nach einer regelmäßigen professionellen Reinigung nicht erneut auftritt.

Sollte eine chronische oder aggressive Form des Zahnfleischblutens aufgrund einer Parodontitis vorliegen, wird der Zahnarzt weitere diagnostische Mittel wie etwa Röntgenaufnahmen einsetzen. So kann abgeschätzt werden, inwieweit die Entzündung den Kieferknochen schon geschädigt hat und wie die weitere Therapie aussieht.


Wie Sie Zahnfleischbluten vorbeugen können

Das A und O für gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch ist eine gute Mundhygiene. Denn eine unzureichende Mundpflege ist die häufigste Ursache für Erkrankungen im Mundraum.

Putzen Sie Ihre Zähne mindestens zwei Mal täglich mit einer (elektrischen) Zahnbürste oder einer Handzahnbürste mit der richtigen Putztechnik. So werden Sie die bakteriellen Beläge, die die Entzündungen hervorrufen, los. Verwenden Sie zum Zähneputzen eine Zahnpasta mit Fluorid. Diese stärkt mit ihrer bakterienhemmenden Wirkung Ihr Zahnfleisch zusätzlich.

Ergänzend zur Zahnbürste sollten zur optimalen Reinigung der Zahnzwischenräume regelmäßig Zahnseide und Zahnzwischenraumbürstchen zum Einsatz kommen. Hierdurch kann sich die Blutung zunächst verstärken. Davon sollten Sie sich aber nicht beirren lassen und unbedingt weiter gründlich putzen. Nach einer Weile wird dann auch bei intensiver Reinigung kaum oder kein Blut mehr zu sehen sein.

Die anschließende Verwendung einer antibakteriellen Mundspülung rundet eine gute Mundhygiene ab. Darüber hinaus trägt auch eine gesunde Ernährung mit wenig Zucker zu gesundem Zahnfleisch bei.

Durch regelmäßige Kontrolltermine beim Zahnarzt und eine regelmäßig durchgeführte professionelle Zahnreinigung wird entzündetes Zahnfleisch in der Regel schnell entdeckt und so einer Parodontitis vorgebeugt.

Wenn Sie trotz aller Hygienemaßnahmen Ihr Zahnfleischbluten nicht in den Griff bekommen, ist Ihr Zahnarzt jederzeit gerne für Sie da.